20.6. Pressemitteilung zum Weltflüchtlingstag

Zugang zum Recht statt rechter Hetze

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2018 fordert der Refugee Law Clinic Jena e.V. eine flächendeckende Asylverfahrensberatung und einen effektiven Zugang zu Rechten für Migrant*innen.

Von der Aussetzung und Kontingentierung des Familiennachzuges über die Forderung nach Zurückweisungen an den Grenzen, vom „BAMF-Skandal“ über die „Anti-Abschiebe-Industrie“ bis zur Isolation in „AnKER-Einrichtungen“: Der gegenwärtige migrationsfeindliche Diskurs ist nicht zu ertragen. Seit dem langen Sommer der Migration 2015 und dem nicht enden wollenden Winter der 20.6. Pressemitteilung zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.5. United Against Racism – Parade

Liebe Freunde und Unterstützer*innen,

gemeinsam mit 200 anderen Initiativen und Gruppen folgt die Refugee Law
Clinic Jena gemeinsam mit dem WeltRaum Jena, dem Aktionsnetzwerk gegen
Rechtsextremismus Jena und dem Flüchtlingsrat Thüringen dem Ruf von
Welcome United für die United Against Racism – Parade am 29.09. in
Hamburg. We’ll Come United!

unter: https://www.welcome-united.org/de/aufruf/ findet ihr den
mitgezeichneten Aufruf übersetzt in 10 Sprachen.

beste Grüße
Philipp

Terminänderungen

Hallo,

zwei Termine haben die Plätze getauscht: Am 22.5. ist die Wiederholungssitzung zu den bisherigen Inhalten aus dem Asylrecht, am 12.6. ist dafür die Anhörungsvorbereitung dran.

Zusätzlich findet am 30.5. um 18 Uhr der nächste Open Space Asylrecht statt, d.h. diesmal ausnahmsweise an einem Mittwoch. In diesem Rahmen können Berater*innen aktuelle Fragen klären. Interessierte aus dem Ausbildungsprogramm sind natürlich auch willkommen.

An den Uhrzeiten hat sich nichts geändert. Räume stehen leider noch nicht fest.

Hier geht’s zum Kalender.

Pressemitteilung: Obdachlose geflüchtete Familien in Jena

Dîlan* ist Jesidin aus dem Irak und das 9te von 10 Kindern einer Familie, die seit knapp einem Jahr in einer sogenannten Notunterkunft für obdachlose Familien leben muss.

Lange nachdem die zeitweise ausgesetzten Mindeststandards zur Unterbringung und Sozialbetreuung in Gemeinschaftsunterkünften in Jena und Thüringen wieder gelten sollen, müssen einige Geflüchtete in Jena noch immer auf engstem Raum unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Laut Aussage der Stadt Jena leben seit Ende 2017 keine Geflüchteten mehr in Containern. Eine Ausnahme bilden dabei die Menschen, die mit 38 Personen – darunter 27 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – nach wie vor in einer Containerunterkunft leben müssen. Dabei handelt es sich nicht um neu installierte und sauber instand gehaltene Unterkünfte, sondern um Container, die bereits lange Jahre zuvor als Unterkunft für Obdachlose genutzt und mit der Zeit heruntergewirtschaftet wurden.

Unter den 27 Kindern und Jugendlichen ist auch Dîlan, die als Jesidin mit ihrer Familie vor dem sogenannten Islamischen Staat aus dem Irak nach Europa fliehen musste. Vor knapp einem Jahr waren sie nach ihrer Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft gezwungen, aus der Gemeinschaftsunterkunft auszuziehen. Damit fielen sie zugleich aus der Sozialbetreuung des Fachdienst Soziales der Stadt und der Unterbringung in den Unterkünften für Menschen im laufenden Asylverfahren. Die Familie wurde dadurch obdachlos und musste in einer wieder eingerichteten Notunterkunft unterkommen, in der nicht einmal mehr die Mindeststandards für Flüchtlingsunterkünfte gelten.

Barbara Albrethsen-Keck ist Ankommenspatin und damit eine von vielen Menschen, die Geflüchtete in Jena bis heute unterstützen. Seit der Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft begleitet sie Dîlan und ihre Familie auch bei der Wohnungssuche. Doch die Suche nach Wohnraum für die jesidische Familie in Jena blieb seit über einem Jahr erfolglos, während sich die Zustände in der Notunterkunft verschlechtern. Sie berichten Barbara von Erkrankungen aufgrund der hygienischen Zustände. Davon, dass das Wasser an den Seiten der Wände hereindringt, wenn es regnet oder schneit, den Flecken und dem Schimmel an den Wänden. Beengter Wohnraum, geteilte Gemeinschaftsduschen und Gemeinschaftstoiletten beschreiben den Alltag der Familie, der keinerlei Privat- und Intimsphäre zulässt. Im August wird Dîlan eingeschult. An einen eigenen Schreibtisch ist nicht zu denken. Ihre Geschwister erledigen die Hausaufgaben auf dem Bett, während ihre erkrankte Mutter im Nebenbett liegt. Unterstützerinnen wie Barbara helfen regelmäßig bei den Hausaufgaben und beim Lernen der neuen Sprache. Doch nach über einem Jahr finden sie für die Familie noch immer keinen Weg aus der Obdachlosigkeit.

Unterstützerinnen und Unterstützer sind empört über die katastrophalen Lebensbedingungen in denen die Familien und 27 Kinder und Jugendliche leben müssen. Dass in Jena noch immer Menschen in Containern unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen ist ein haltloser Zustand. Der Refugee Law Clinic Jena e.V. fordert daher das Ende der Unterbringung von Menschen in Containerunterkünften.

Am  Donnerstag, den 19.04., sollen um 19 Uhr in der Welcome-Rathausrunde im Rathaus der Stadt (Markt 1) diese und weitere Herausforderungen in Jena nach dem langen Sommer der Migration 2015 diskutiert werden.

*Name geändert

Ansprechpartner: Philipp Millius
Organisation: Refugee Law Clinic Jena e.V.
Adresse: Carl-Zeiss-Straße 3
c/o Friedrich-Schiller-Universität Jena, 07743 Jena
Emailadresse: rlc_jena@riseup.net

Bildrechte: Philipp Millius

 

PM als Download

Erfreulicher Auftakt des neuen Ausbildungsprogramms

Liebe Interessierte,

wir freuen uns sehr darüber, dass es so ein reges Interesse an unserer Einführungsveranstaltung gab und begrüßen ca. 30 angehende Berater*innen in unserem Ausbildungsprogramm! Wer nicht da war und/oder aus irgendwelchen Gründen keinen Buddy zugeteilt bekommen hat, kann sich hier per Kommentar oder per Email melden. Wir haben auch erfreut zur Kenntnis genommen, dass viel Interesse aus nicht-juristischen und nicht-studentischen Bereichen vorhanden war und werden darauf auch Rücksicht nehmen. Uns steht ein interessanter Ausbildungssommer bevor!

LG von Moritz, im Auftrag des Orga-Teams